Die Schreibaby-Gebrauchsanweisung. Eine Rezension.*

Mittwoch, Juni 22, 2016

Nach der Schwangerschaft und der Geburt ist die Freude über das Baby groß, doch häufig läuft das Leben mit dem Baby nicht so reibungslos und idyllisch, wie uns die Windel- und Babybrei-Werbung so gern weismachen will. Kaum eine Rolle ist dank Werbung und Medien so verklärt wie die Mutterrolle, selten liegen Realität und Idyll so weit auseinander wie im Sinnbild der frisch gebackenen Mama. Aber was tun, wenn Dein Baby schreit? Und schreit? Und schreit? Wenn Du seit Nächten nicht geschlafen hast, erschöpft bist, Dich schwach fühlst und am Ende Deiner Kräfte?

Solche Momente gibt es, selbst wenn Dein Baby kein Schreibaby ist. Eine, die diese Erfahrungen gleich mit zwei Kindern gemacht hat, hat ein Buch darüber geschrieben, das als E-Book erschienen ist: "Die Schreibaby Gebrauchsanweisung".

Die Autorin
Die Autorin Jana Kühnler ist mit 19 Jahren zum ersten Mal Mutter geworden - von einem so genannten "Schreibaby". Über die Jahre und mit einem weiteren Kind hat die junge Frau ihr Wissen vergrößert und viele Erfahrungen gesammelt, die sie zum einen in einem umfangreichen Blog zur Verfügung stellt, und zum anderen in dem Buch "Die Schreibaby Gebrauchsanweisung" zusammengefasst hat.

 
Das Buch
In der "Schreibaby Gebrauchsanweisung" arbeitet Kühnler alle Themen ab, die junge Eltern im ersten Jahr ihres Babys (und darüber hinaus) beschäftigen. Das erste Kapitel steigt gleich mit der Frage ein, die Eltern von Schreibabys sich wohl sehr schnell stellen: Wieviel Schreien ist normal? 
Kühnler geht in diesem wie in allen folgenden Kapiteln systematisch vor: Sie liefert Orientierungswerte und Hintergrundwissen - etwa durch medizinische Studien - praktische Tipps und als Hilfestellung Checklisten oder Protokollformulare, die Eltern bei der Einschätzung der Situation helfen können.
Dabei lässt sie einfühlsam ihre Erfahrungen einfließen und stellt sich immer auf die Seite des Babys: Erklärt zum Beispiel, was da eigentlich alles im Kopf und im Körper eines Babys passiert, und welche vielfältigen Ursachen hinter dem Schreien stecken können. Das heißt nicht, dass sie kein Verständnis für mitunter verzweifelte Eltern hat, im Gegenteil: Sie sah sich selbst mit einem Schreibaby konfrontiert und hat selbst miterlebt, wie es tatsächlich ist.



In der "Schreibaby Gebrauchsanweisung" stärkt sie die Eltern durch ihr Wissen und ihren praktischen Rat, und sie behandelt jedes Thema, das Eltern mit einem schreienden Baby interessiert. Selbst Jungeltern mit einem "normalen" Baby (diese Unterscheidung sei mir an dieser Stelle gestattet), dürfte die Lektüre interessieren, denn die Themen "Stillen", "Zahnen", "Verdauen", "Schnuller" und "Kommunikation mit dem Baby" gehen alle Eltern an.

Dabei spricht Kühnler auch Gegenmeinungen zu bestimmten Themen an, z.B. beim Thema "Stillen", oder die "Ferber-Methode", nach der Kinder nach System schreien gelassen werden um sie zum Einschlafen zu bewegen (jetzt mal grob vereinfacht). Sie legt ihre eigene Haltung dazu dar und untermauert, warum sie speziell die "Ferber-Methode" nicht befürworten kann (alles andere hätte mich auch verwundert).



Jedes Kapitel endet mit einer kurzen Check- bzw. Merkliste, mit denen Eltern direkt arbeiten können und so ein richtiges "Rüstzeug" für den Alltag mitbekommen.

Zusätzlich geht Kühnler noch auf Methoden und Potentiale der Ostheopathie und die Verwendung von Schüßler Salzen, sowie homöopathischer Heilmittel ein. Auch die Paderborner Pupsglobuli finden lobende Erwähnung und zauberten mir als Paderbornerin und Dreifach-Mama (natürlich kenn ich die!) ein Grinsen aufs Gesicht.

Inhaltlich abgerundet wird das Buch noch dadurch, dass auch auf späteres Verhalten in der Kleinkindphase eingegangen wird, sowie auf weitere Themen wie das "Fremdeln" - beides betreffen Schreikinder in besonderem Maße, aber auch Eltern von Nicht-Schreikindern werden diesen Kapiteln etwas abgewinnen können.

Fazit
Ich musste beim Lesen des Buches sehr viel nicken. Jana Kühnler bestätigt in ihrer "Schreikind Gebrauchsanweisung" vielfach meine eigene Erfahrung, aber auch den Tenor vieler moderner Bücher über Babys. Sie folgt dem Credo aller Hebammen, die ich kennenlernen durfte: "Ein Baby kann man gar nicht verwöhnen."

Durch ihren Schwerpunkt ist sie sehr fokussiert auf den Alltag mit einem Baby und die praktische Anwendbarkeit, ihr Ansatz ist durch und durch lösungsorientiert.

Genau das mag ich an dem Buch - Kühnler schreibt von ihren eigenen Erfahrungen, und welche Lösungen sie selbst gefunden hat. Mit ihren Checklisten gibt sie Jungeltern ein sehr praxisorientiertes und fundiertes System an die Hand um mit der sehr belastenden Situation besser umgehen zu können.
Deshalb empfehle ich dieses Buch nicht nur Eltern von "Schreibabys", sondern allen Eltern - denn die Verzweiflung und die Unsicherheit, die an uns nagt, wenn unser Baby schreit und schreit und schreit (auch ohne ein Schreibaby zu sein) - die kennen wir alle.



Die Schreibaby Gebrauchsanweisung. 
Jana Kühnler, 240 Seiten. 19,95€
Link zum Buch*

Hier geht's zu Jana Kühnlers Blog: "Hilfe, mein Baby schreit"


*Das Buch und die Bilder wurden mir für diesen Artikel kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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